2017 ist nun fast einen ganzen Tag alt, aber wir schauen immer noch zurück auf das Musikjahr 2016. Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, aber dank eines Streaming-Abos habe ich im vergangenen Jahr so viel Musik wie schon lange nicht mehr gehört. Positive Nebeneffekte: mehr Plattenkäufe, mehr Konzertbesuche.

Ein musikalisches Highlight war sicherlich der Besuch des Primavera Sound 2016 mit fast allen besten Freunden. Weitere Highlights in zufälliger Reihenfolge:

TOP 5 Songs

John K. Samson – Postdoc Blues

Es tut so gut, die Stimme des Ex-Propagandhi-Gitarristen und vor allem Ex-The Weakerthans-Sängers John Kristjan Samson zu hören, dessen zweites Solo-Album Winter Wheat seit Oktober draußen ist. Denn es weckt tolle Erinnerungen an Left And Leaving und meine ersten Konzertbesuche in den frühen 2000er. Postdoc Blues handelt vom Leben eines frustrierten Akademikers. Feel you (manchmal).

Auf große Tour kommt John K. Samson übrigens in Mai.

Drugdealer – Suddenly

Mit Suddenly haben Drugdealer und Weyes Blood gemeinsam meinen Lieblings-Sommerhit gemacht. Leider fiel der Rest von The End of Comedy, dem Debütalbum von Drugdealer, etwas ab, sodass es nur die Vintage Pop-Nummer auf meine Bestenliste geschafft hat.

Whitney – No Woman

Benjamin und ich sind uns einig: No Woman von Whitney schafft es eindeutig in die Jahrescharts 2017. Für das Album Light Upon the Lake reicht es aber leider nicht.

Parquet Courts – One Man, No City

Jedes Parquet Courts Album hat mindestens einen maximal verspielten Song um die sieben Minuten. Auf Human Performance, der sechsten Platte der Band aus Brooklyn, ist das One Man, No City. Sogar mit Bongos!

Die Heiterkeit – Im Zwiespalt

Ich mag die Tonlage, in der Stella Sommer, Sängerin von Die Heiterkeit, singt. Außerdem verschenkt die Buback-Band wunderbare Backstage-Auberginen!

Top 5 Alben

case/lang/veirs – case/lang/veirs

Ich habe im Freundeskreis ein paar verlässliche Quellen, denen ich (nicht nur) musiktechnisch blind vertraue. Im diesjährigen Frankreich-Urlaub wurde mir das Album von der Supergroup um k.d. lang, Neko Case und Laura Veirs vorgestellt. Um es kurz zu machen: bei dem selbstbetitelten Debüt der drei Singer/Songwriterinnen handelt es sich um ein 1A Pop-Album!

Klaus Johann Grobe – Spagat der Liebe

Ganz schön verrückt, was die beiden Schweizer von Klaus Johann Grobe da so auf Spagat der Liebe anstellen. Spaciger Krautrock mit deutschen Texten? Kann nicht jeder und mag wahrscheinlich auch nicht jeder. Ich aber!

Vesuvio Solo – Don’t Let Me In The Dark

Vesuvio Solo wurde mir schon vor zwei Jahren von Florian empfohlen. Zwischenzeitlich hatte ich die kanadische Band zwar etwas aus den Augen verloren, aber durch ein Konzert in Köln fiel mir auf, dass sie mit neuem Album unterwegs sind. Seit Oktober läuft Don’t Let Me In The Dark rauf und runter. Sanfter Lo-fi Pop im 80er-Jahre-Gewand – gemacht für für jedermann!

Car Seat Headrest – Teen Of Denial

Wenn ein Album mit den Worten „I’m so sick of: fill in the blank“ beginnt, weiß man schon, wohin die Reise geht. Auf Teens of Denial darf man dem 23-jährigen Will Toledo 12 Songs lang in den Kopf schauen. Und ich sage Euch: da ist einiges los!

Pinegrove – Cardinal

Pinegrove runden meinen musikalischen Rückblick ab. Die Band durchspielt in ihrem aktuellen Album Cardinal die letzten fünfundzwanzig Jahre Indie-Rock. Die sechs Musiker aus Montclair, New Jersey sind übrigens auch nicht älter.

Auch zu erwähnen und mindestens genauso hörenswert sind die aktuellen Alben von:

Angel Olsen, Camp Cope, Carla Del Forno, CC Mose, Gurr, The Hotelier, Mitski, Mothers, Options, Urban Homes und Woods!

Diese Songs und Alben fand ich übrigens 2015 gut. Und hier findet ihr alle weiteren HEY-Jahrescharts.