2016 war für mich – die politische Weltlage mal ausgenommen – eigentlich ein gutes Jahr. Vor lauter Arbeit bin ich sehr wenig zum Posten bei HEY gekommen, bestimmt hätte ich auch noch viel mehr Platten hören können. Doch am Ende war es auch in meiner Liste ziemlich knapp.

TOP 5 Songs

1. Whitney – No Woman

Ein wunderschöner Song, was für eine Melodie, wie ein sehr zärtlicher, trauriger Neil Young, der 2016 jung ist. Natürlich konnte das Album die hohen Erwartungen, die das Stück geweckt hat, nicht erfüllen. Dieser Song aber ist für die Ewigkeit. Mindestens.

2. Liv – Wings of Love

Eine Supergroup aus Lykke Li, Miike Snow und Peter Bjorn and John taucht aus dem Nichts auf, macht einen richtig fetten 70s-Folk-Powerpop-Song und nennt ihn auch noch „Wings of Love“!? Wahnsinn!

3. Solange – Cranes In The Sky

Eher überraschend für mich, dass am Ende des Jahres Solange Knowles in meiner Bestenliste auf Platz 3 auftaucht – doch diese zurückhaltende, aber gleichzeitig immer präsente Stimmung aus Trauer, Weltschmerz und Wut in diesem Song (und auf dem ganzen Album) lässt mich einfach nicht los.

4. Gio – Amarsi Un Po

Johannes Stankowski hatte keine Wahl: Wenn er schon Italo-Pop macht, dann muss er auch den besten italienischen Song aller Zeiten (sag ich jetzt mal so; Im Original von Lucio Battisti) covern. Gänsehaut!

5. BadBadNotGood – Confessions Pt. II (feat. Colin Stetson)

Die Platte habe ich sehr spät entdeckt, aber immerhin; dieser Song bläst mich immer wieder um.

TOP 5 Alben

1. David Bowie – Blackstar

Ein Montag morgen im Januar, ich werde wach mit verpassten Anrufen und unzähligen Nachrichten auf dem Handy: Der Parkplatz auf der Luxemburger Straße, auf den ich das mir von einem Freund ausgeliehene Auto wieder abgestellt hatte, war offenbar eher ein Parkverbot. Karre abgeschleppt, Freund sauer, ich ratlos. Zwischen all dem Stress sah ich die Eilmeldung viel zu spät: David Bowie gestorben. Keine Frage, keine Diskussion: Die Platte des Jahres ist David Bowie. Sie ist so traurig wie bombastisch.

2. Keshavara – Keshavara

Die Songs auf Keshavara vereint die Liebe zu großen Melodien, hübsch versteckt hinter geschmackssicheren Accessoires: Leiernde Synthies, cheesy E-Drums, bisweilen viel Vocoder auf der samtenen Stimme, angeschrägte Beats und sonnengebleichte Gitarren, verbunden mit angenehm obskuren Instrumentals, die tolle Namen tragen („Traumwurst“ z.B., Songtitel des Jahres!).

3. Gurr – In My Head

Ich liebe Gurr! Hört mehr Gurr!

4. Klaus Johann Grobe – Spagat der Liebe

Auch bei Klaus Johann Grobe bin ich eher überrascht, wie sehr mich die Platte beschäftigt hat. Diese irgendwie sehr ungewöhnliche Art und Weise, auf deutsch zu singen, finde ich toll, und musikalisch bringt mich die Platte immer wieder zum Tanzen.

5. Chris Cohen – As If Apart

Im Frankreich-Urlaub auf der Autobahn bei Sonnenschein aus einem Stapel blind eingepackter Promo-CDs gefischt und danach nur noch in Dauerschleife gehört. Slackerpop mit schrägen Ecken, tollen Melodien und angenehm zurückhaltender Coolness. Wow!

Honorable Mention: Ulrika Spacek, Blood Orange, DIIV, Wild Nothing, Oracles haben es unter anderen leider nicht in diese Liste hier geschafft. Sorry!

Das hier fand ich letztes Jahr gut.