Reeperbahn Festival, in diesem Jahr vom 21. bis 24. September, macht mich ein kleines bisschen wahnsinnig. Warum? Gefühlt spielen eintausend Bands (95% davon unbekannte Newcomer) in fünfhundert Lokalitäten. Natürlich ist das eigentlich supergut, aber man muss sich halt damit beschäftigen. Das habe ich natürlich gemacht und nehme euch damit (hoffentlich etwas) Arbeit ab.

Im Folgenden findet Ihr also einen Guide durch’s Hamburger Reeperbahn Festival 2016. Dieser ist chronologisch angeordnet und wir haben bewusst auf Überschneidungen verzichtet. Deshalb gibt’s obendrauf hier auch noch eine Spotify Playlist mit unseren Favoriten.

Reeperbahn Festival 2016 – Der HEY Guide durch’s Festival

ANNA OF THE NORTH – Mittwoch, 20 Uhr, Kukuun

Beginnen wir das Festival im Norden mit einer Dame aus dem Norden. Anna Of The North, die eigentlich aus Norwegen kommt, aber erst während ihres Studiums in Australien begann, Musik zu machen. Anna macht Elektro Pop oder wie sie selbst sagt: Scandi-Pop.

GURR – Mittwoch, 22:30 Uhr, Prinzenbar

Weiter geht’s mit Gurr! Zwei Girls aus Berlin, die ich erst seit kurzer Zeit kenne, weil sie mit Jimmy Eat World auf Tour waren. Das Duo um Andreya (Gitarre) und Laura (Schlagzeug) macht ’nen gut gelaunten Mix aus 60s, Garage und Punk. Wer die beiden mittwochs nicht sehen kann, hat Samstagnacht auf der MS Claudia noch einmal die Chance.

METHYL ETHEL – Mittwoch, 00:00 Uhr, Molotow

Tag eins, deshalb wollen wir es nicht übertreiben. Der letzte Tipp sind Methyl Ethel, eine Indie Band aus Australien. Das Trio macht Dream-Pop mit psychedelischem Einschlag und ist jüngst erst bei 4AD untergekommen, wo auch ihr aktuelles Album Oh Inhuman Spectacle erschienen ist.

YUNG – Donnerstag, 19:50 Uhr, Prinzenbar

Eine Band aus Dänemark eröffnet für uns den Donnerstag. Yung machen Lo-Fi und Punk und haben gerade (nach zwei EPs) ihr erstes Album bei Fat Possum veröffentlicht.

PINEGROVE – Donnerstag, 21:30 Uhr, Molotow SkyBar

Pinegrove aus Montclair, New Jersey haben mit Cardinal ein wirklich gutes Gitarren-Rock Album rausgebracht und wurden entsprechend von der Presse gefeiert.

KERO KERO BONITO – Donnerstag, 22:20 Uhr, Prinzenbar

Die drei Briten von Kero Kero Bonito packen die musikalische Konfettikanone aus. Sowas nennt man dann J-Pop, Hyper-Pop oder Bubblegum-Pop und sollte live sehr gut funktionieren.

DIE HEITERKEIT – Donnerstag, 00:00 Uhr, Knust

Die letzte Empfehlung am Donnerstag ist die in Hamburg gegründete Band Die Heiterkeit. Das Quartett um Sängerin Stella Sommer macht wunderbar düstere Popmusik in deutscher Sprache. Ihr aktuelles Album Pop & Tod I + II erschien vor Kurzem bei Buback.

TIGER LOU – Freitag, 19:40 Uhr, Uebel & Gefährlich

Man kann man wohl behaupten, dass es diesen Blog nicht ohne Tiger Lou geben würde. Denn Flo und ich haben uns auf einem Konzert vor zehn Jahren in Solingen kennengelernt. Die schwedische Indie-Band löste sich kurz danach zwar auf, startete aber im letzten Jahr ein Comeback. Mit California Hauling gab es dann sogar eine neue EP mit fünf Songs. Unser erster Tipp für den Freitag mit Flo und mir in der ersten Reihe.

YUMI ZOUMA – Freitag, 21:10 Uhr, Prinzenbar

Über die Dream-Pop Band Yumi Zouma haben wir hier schon diverse Mal geschrieben. Da aber die Mitglieder über drei Erdteile verteilt (Christchurch, Paris, New York) leben, schauen sie nicht sooo oft bei uns vorbei. Ein seltener Moment, den man also nutzen sollte, denn danach arbeiten Yumi Zouma an ihrem neuen Album weiter.

PARCELS – Freitag, 22:30 Uhr, Molotow

Kurz nachdem die fünf Australier von Parcels die Schule im australischen Byron Bay abgeschlossen hatten, entschlossen sie sich, die Surf-Strände hinter sich zu lassen und nach Berlin zu ziehen. Dort arbeiten sie gerade an einem Album, das vollgepackt mit verspielten Gitarren und eingängigen Melodien sein wird.

TEN FÉ – Freitag, 23:30 Uhr, Headcrash

Ten Fé, das Duo um Sänger und Songwriter Leo Duncan und Ben Moorehouse kommt aus London und ist unser letzter Tipp für den Freitag. Die beiden spielen eine Mischung aus britischem Rock mit elektronischen Momenten. Ihre Debüt-LP ist für das kommende Jahr bei PIAS geplant.

DILLY DALLY – Samstag, 14:00 Uhr, Molotow Backyard

Dilly Dally am frühen Samstagnachmittag vertreibt auf jeden Fall jeglichen Kater. Denn die kanadische Band um Frontfrau Katie Monks macht ganz schön viel Noise. Mit Sore haben sie auf jeden Fall eines der interessantesten Alben 2015 rausgebracht.

WILD BEASTS – Samstag, 20:30 Uhr, Grosse Freiheit 36

Nach dem Konzert von Dilly Dally kann man das (hoffentlich) schöne Wetter in Hamburg genießen oder nochmal ’ne Runde pennen gehen, denn erst um halb 9 geht’s weiter mit alten Bekannten: Wild Beasts. Ich muss gestehen, dass ich Album #5, Boy King, nicht als ihr stärkstes Werk bezeichnen würde, dennoch ist ein Besuch des Konzerts der britische Indie Rock Band definitiv Pflicht.

HAIYTI AKA ROBBERY – Samstag, 21:55 Uhr, Moondoo

Wer an dem Abend Bock auf Hip Hop hat, der sollte mal im Moondoo vorbeischauen. Dort treten einige vielversprechende Künstler auf, so zum Beispiel auch Rapperin Haiyti aka Robbery.

GOLF – Samstag, 22:40 Uhr, Terrace Hill

Durchdachte Texte auf Deutsch, elektronische Popmusik, viel Rhythmus und alles sehr minimalistisch gehalten. Irgendwie so könnte man die Musik der Köln-Berliner-Formation Golf beschreiben. Ihr aktuelles Album heißt Playa Holz und ist sehr gut.

Das war unser letzter Tipp. Nach dem Konzert gehen wir sicher noch das Tanzbein schwingen. Wir sind schließlich auf der Reeperbahn.

Wir sehen uns dann nächste Woche. Tschüss und Ahoi!

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