Uiuiuiui…. 2015 war mal ein Jahr, in dem sich eiiiiiniges verändert hat. Rückblickend aber alles zum Guten. Umso gespannter, aber auch entspannter blicke ich auf das nächste Jahr und wünsche mir vom äh Weihnachtsmann ein musikalisch ähnlich begeistertendes Jahr wie es 2015 doch war. Blöd nur, dass man sich jetzt wieder ’ne Handvoll Platten und Songs aussuchen muss und man vorne und hinten nicht weiß, welche Musik man denn gottverdammt nochmal nehmen soll. Danke Angela Merkel!!11!!DRÖLF!! Blablabla, hier sind meine Top 5 Songs und Alben.

SONGS

1. Wavves – Way Too Much

Im Frühling gab es den ersten Schnipsel von Way Too Much zu hören, doch nachdem die Anzahl der fragenden Kommentare immer größer wurde, nahm Nathan Williams aka Wavves das Video von Instagram runter. Der Uhrzeit zufolge war es Nacht in Kalifornien, hatte das Mastermind vielleicht im betrunken (bekifften) Kopf zu früheilig gehandelt. Im Herbst gab es dann die Auflösung – Way Too Much erschien auf dem letzten Album V. Der Song strotzt nur so vor Bubblegum-Pop-Punk-Melodien und beschreibt den Sound von Wavves im Jahre 2015 ganz gut. Fettere Produktion, weniger Lo-Fi und mehr Pop. Steht ihnen gut. Beim Hören des erwähnten Ausschnitts, wusste ich das die neue Wavves-Platte groß werden würde – ich hatte Recht.

2. Pond – Waiting Around For Grace

Tame Impala veröffentlichten im Sommer Currents und hauten mal so alle um, doch die Hälfte der Band von Kevin Parker, haben Anfang des Jahres mit Man It Feels Like Space Again (bester Albumtitel) schon ordentlich vorgelegt. Waiting Around For Grace eröffnet das Album und schon bei der ersten Minute konnte man sich sicher sein, dass das mittlerweile sechste Album von Pond keinen Fan traurig zurück lassen wird. Wie kann man den Song beschreiben? Der Anfang hat etwas opernhaftes inne, Strophe und Refrain spiegeln den Pop von Tame Impala mit deutlich mehr Gitarre wieder und das Outro nimmt einen auf einen Trip mit und es soll nie mehr aufhören. Man It Feels Like Space Again – keine weiteren Worte nötig.

3. Surfer Blood – I Can’t Explain

Surfer Blood meldeten sich mit 1000 Palms wieder. Ohne großem Label im Rücken und mit einem sehr, sehr geringerem Budget als beim Vorgänger. Wie würde es klingen? Ruhiger. Melancholischer. Dabei haben die Jungs aus Florida nie ihren Witz und Charme verloren. Poppiger, unaufgeregter Rock, der mit Surfer Blood-typischen Chören daher kommt. Trotz Umschwung machen sie weiterhin alles richtig.

4. Wand – Self Hypnosis in 3 Days

Schon beim Cover wusste ich: Da muss ich reinhören. Die Band aus dem Umfeld von Ty Segall schafft es in Self Hypnosis in 3 Days ihr komplettes Sound-Repertoir wiederzugeben. Psychedelischer Gesang trifft auf Garage-Grunge-Gitarren, die druckvoller nicht sein könnten. Wird Wand ruhiger, driftet der Sound ins pathetische ab – nur um noch fetter zurück zu kommen. Das dazugehörige Album Golem erschien Anfang des Jahres. Das hinderte die Band nicht daran im Herbst direkt den Nachfolger 1000 Days zu veröffentlichen. Beide Alben sollte man sich mal geben.

5. Guantanamo Baywatch – Corey Baum’s Theme

Die Band mit dem hervorragenden Namen Guantanamo Baywatch sind erwachsener geworden. Ja, das ist kein Widerspruch in sich. Natürlich treffen hier überdrehte Spielfreude auf abgefahrene weirde Pop- und Surf-Momente. Mit dem instrumentalen Corey Baum’s Theme könnten sie auch auf jedem Soundtrack von Quentin Tarantino vertreten sein. Mit dem Cabrio durch die Wüste – so oder so ähnlich könnte man den Song vielleicht beschreiben. Motorengeräusche inklusive.

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ALBEN

1. Beirut – No No No

Wenn eine meiner Lieblingsband ein Album veröffentlicht, kann es doch eigentlich nur top oder flop geben. Beirut entfernen sich weiterhin vom anfänglichen Balkan/Paris-Sound und schreiben fleißig Pop-Songs im wunderschönen-Retro-Gewand. Der Titeltrack No No No macht da keine Ausnahme. Das Video zeigt den etwas anderen Humor um die Mannen von Zach Condon und trotz des ganzen Hypes, den die Band schon erleben durfte, immer schön Down To Earth.

2. White Reaper – Does It Again

Beim Durchstöbern von Soundcloud habe ich auf dem Burger Records-Account ein Song von White Reaper entdeckt und schon beim ersten Hören wollte ich mehr. Wer zum Teufel ist diese Band, die so klingt als ob sich die Strokes erst vor kurzem gegründet hätten und anstelle von Alkohol und weiteren Drogen zu Gras gegriffen hätten. Das komplette Album gibt’s auf YouTube zum Anhören. Sollte man mal machen, wenn man auf garagigen Punk-Sound steht. Das immer wieder auftauchende Keyboard sollte hier nicht unerwähnt bleiben, denn das macht die Songs von White Reaper irgendwie aus.

3. Tame Impala – Currents

Ich denke, man muss hier bei HEY nicht mehr viel über Tame Impala sagen. Auch nicht, dass ihr neustes Album Currents mehr in Richtung 80s-Pop geht, weitgehendstes auf fettem Gitarren-Sound verzichtet und trotzdem den typischen Klang der Australier um Kevin Parker treffen. Mit der Single The Less I Know The Better haben sie dann auch noch eines der Videos des Jahres geschaffen. Ja, was soll denn da noch kommen Herr Parker??

TAME IMPALA ‚The Less I Know The Better‘ from CANADA on Vimeo.

4. Grounders – Grounders

Mal wieder eine Band, die ich aufgrund des Albumcovers gehört habe. Und mal wieder wurde ich nicht enttäuscht. Grounders klingen nach der Lässigkeit eines Mac DeMarco und mischen diese mit einem verspielteren Sound und einem größeren Lo-Fi-Charakter. Man könnte die Band auch anhand eines Songs von der beliebten Zahnlücke beschreiben. Chambers Of Reflection zum Beispiel. Hier greift Mac DeMarco zum Keyboard und das tun Grounders auch. Vielleicht könnte man durch den Vergleich vermuten, dass Grounders einfach nur ein bisschen aufgepimpter Abklatsch sind – sind sie aber definitv nicht.

5. The Holydrug Couple – Moonlust

Das psychedelische Duo aus Chile hat dieses Jahr den Nachfolger von Noctuary rausgehauen. Der Grundgedanke bleibt: Beatleske Bässe treffen auf Laid-Back-Schlagzeug-Sound und atmosphärische Keyboardflächen. Ähnlich wie Tame Impala greifen The Holydrug Couple zu mehr Synthies und weniger Gitarren. Ähnlich wie bei den Australiern hat das Experiment hervorragend funktioniert. Moonlust hat übrigens eines der stilvollsten und schönsten Cover des Jahres. Meine Meinung.

Das war’s. Tschööö 2015! Ach ja: Diese Songs und Alben fand ich übrigens 2013 gut und diese hier 2014.