Ich habe mal nachgezählt und festgestellt, dass ich hier in diesem Jahr knapp 150 Beiträge geschrieben habe. Sollte also nicht schwer fallen, die Top Songs und Alben des Jahres zu nennen, was? Oder doch? Einen Tag nach HEY Zwischen Den Jahren fällt mir das auf jeden Fall besonders schwer.

SONGS

Miya Folick – I Got Drunk

Auch wenn der Text von I Got Drunk weitaus mehr in die Tiefe geht, so passt er doch wunderbar zu den gestrigen Ereignissen. Und abgesehen davon ist der bittersüße und Folk-inspirierte Sound von Miya Folick so schön eingängig, dass ihre Songs dieses Jahr bei mir rauf und runter liefen.

SPORTS – The Washing Machine

Das gilt ebenfalls für SPORTS, eine neue Band auf Father/Daughter Records. Auch hier hat mich die Leichtigkeit und die angenehme Stimme von Sängerin Carmen Perry überwältigt. The Washing Machine ist eine 1a-Indiepop-Nummer!

Ought – Beautiful Blue Sky

Immer wieder Ought. More than Any Other Day im vergangenen Jahr, Sun Coming Down in diesem Jahr – ich feiere ihre Platten zu jeder Jahres- und Tageszeit ab. Der Song Beautiful Blue Sky ist für mich das Aushängeschild der neuen Platte. Mein Wunsch für 2016: Dass die Post-Punk Band aus Kanada weiterhin in dieser Frequenz neues Material veröffentlicht.

Kamasi Washington – Re Run Home

Wow – so würde ich den Auftrifft von Kamasi Washington beim diesjährigen Le Guess Who-Festival beschreiben. Dabei hat sich der Song Re Run Home am meisten eingebrannt. Seitdem ist die bei Brainfeeder erschienene LP-Box The Epic Dauergast auf meinem Plattenteller. Überhaupt hat das Label aus LA dieses Jahr wieder viele spannende Platten herausgebracht (Thundercat, DJ Paypal, Lapalux und so weiter).

Courtney Barnett – Dead Fox

I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit. Vielleicht der beste Titel eines 2015er Albums, das voll gepackt mit charmantem und vor Selbstironie nur so strotzendem Indie-Rock ist. Dead Fox mag ich besonders gern. Schade, hätte ich gerne live gesehen (das diesjährige Konzert von Courtney Barnett im Bürgerhaus Stollwerck habe ich verpasst). Das klappt sicher 2016.

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ALBEN

Kurt Vile – B’lieve i’m goin down (Matador Records)

Diesen Herbst habe ich innerhalb einer Woche Island umrundet. Leider haben wir erst viel zu spät das Bluetooth-System unseres Mietwagens verstanden, sodass wir genau eine CD hören mussten (an Radioempfang war nicht zu denken). Glücklicherweise handelte es sich hierbei um Kurt Vile und B’lieve i’m goin down. Das sechste Studioalbum vom Songwriter aus Philadelphia bekam einen dezenten Einschlag von Folk und Country verpasst und ging mit der malerischen Landschaft Islands noch viel besser rein.

Torres – Sprinter (Pias)

Zugegeben, Mackenzie Scott aka Torres sah etwas verloren aus, als sie alleine mit Gitarre auf der Pitchfork-Stage des Primavera Sound-Festivals stand. Was die junge Dame aus Nashville dann aber abgeliefert hat, war wirklich überwältigend. Mit Band durfte ich sie dann nochmal im Gebäude 9 sehen und spätestens dann war klar, dass Sprinter auf diese Liste muss.

Protomartyr – The Agent Intellect (Hardly Art)

Joe Casey, Sänger von Protomartyr, hat wohl vor kurzem mal gesagt, dass er sich nicht zu alt für den Indierock-Zirkus fühle, denn schließlich habe er weder Kinder noch eine Zukunft. Letzteres stimmt aber vielleicht nur im übertragenen Sinne, denn seine Band, die passenderweise auch noch aus Detroit kommt, hat mit The Agent Intellect 2015 ihr wohl bestes Album veröffentlicht. Vor allem live sollte man sich das vor allem wegen Joe unbedingt mal ansehen!

Hop Along – Painted Shut (Saddle Creek)

Hop Along, noch so eine female-fronted Indie Band, die mir ans Herz gewachsen ist. Ihr aktuelles Album Painted Shut kam im Mai auf Saddlle Creek raus. Im Dunstkreis von Hop Along bewegen sich übrigens auch andere Bands, die hier einen Platz verdient hätten. Zum Beispiel Bully, Dilly Dally oder Diet Cig!

Darkstar – Foam Island (Warp)

Darkstar stammen aus Huddersfield , einem kleinen Nest im Norden Englands. Dort haben die beiden Bandmitglieder, James Young und Aiden Whalley, junge Menschen über ihr Leben in der ziemlich heruntergekommen Region interviewt und um die Schnipsel ihr fantastisches Album, Foam Island, gebaut. Es gibt da noch so ein paar andere spannende Werke, die kürzlich erschienen sind und mit elektronischer Musik experimentieren (Jack & Archy Marshal, Floating Points, Oneohtrix Point Never, Arca) – mit Foam Island konnte ich mich jedoch bisher am meisten beschäftigen und es ist deshalb Teil dieser Liste.

Diese Songs und Alben fand ich übrigens 2014 gut. Und hier findet ihr alle weiteren HEY-Jahrescharts.