Der zweite Primavera Sound Tag, also der Freitag, begann mit einem ausgiebigen Katerfrühstück direkt am Platja de la Barceloneta, wo wir es uns mit tapas und clara con limón richtig gutgehen ließen.

Unter dem Hashtag #HEYPRIMAVERA erfahrt ihr auf Twitter und Instagram, was wir während des Festivals so erlebt haben!

Tobias Jesso JR 02 Dani Canto
(Tobias Jesso JR, Foto: Dani Canto)

Nach so viel Entspannung fiel es uns dann auch etwas schwerer, wieder in den Festivalmodus zu schalten. So schafften wir es erst gegen 20 Uhr auf as Gelände am Parc del Fòrum. Aufgrund unserer Stimmung war Tobias Jesso Jr, ein junger Kanadier am Piano, der perfekt Einstieg für den zweiten Tag Primavera Sound. Erst im März erschien sein Debüt-Album Goon, das die Musikwelt nach den bereits bekannten und sehr gefühlvollen Stücken Hollywood und True Love mit Spannung erwartet hat. Das Konzert war sehr schön, auch wenn man sich nah vor die Bühne stellen musste, um Tobias Jesso Jr im vollen Umfang genießen zu können (irgendwas Lautes spielte parallel).

Als Fangirls haben wir uns übrigens total darüber gefreut, dass Tobias Jesso Jr unser Foto bei Instagram geteilt hat.

Im Anschluss daran haben wir uns (ich muss gestehen, aus der Ferne) die Punk Ikone Kathleen Hanna (Le Tigre, Bikini Kill) und ihre Band The Julie Ruin angeschaut. Obwohl es The Julie Ruin schon seit 1997 gibt, erschien die erste Platte, Run Fast, mehr als 15 Jahre später. Vor ein paar Monaten legten The Julie Ruin dann eine 7″ namens Blueberry Island nach. Ihr könnt euch sicher denken, dass die Band vor Girl Power nur so strotze.

Weil wir uns The Hotelier komplett ansehen wollten, blieben für den folgenden Akt, Perfume Genius, nur 20 kurze Minuten. Auf Platte kam ich bisher nicht so rein in das Zeug von Mike Hadreas, aber live war das alles schon ziemlich gut. Ich habe mir geschworen, seine letzte Scheibe Too Bright nochmal genauer anzuhören (mach ich noch, versprochen).

Dann ging’s ab zu The Hotelier, die Band aus Massachusetts, die mit Home, Like Noplace Is There die wahrscheinlich beste Emocore Platte der letzten Jahre gemacht hat. Intensive Gitarren, Singalong-Parts bis zum Umfallen und explosive Momente. Ist definitiv nicht jedermanns Sache, war aber für mich eines der Highlights des Primavera Sound Festivals!

Bei der Adidas Originals Bühne sind wir dann geblieben um uns mit dem Sacred Bones-Act Pharmakon zu beschäftigen. Das haben wir aber relativ schnell aufgegeben. Denn es a) nicht der richtige Rahmen für das Projekt von Margaret Chardiet und b) puh…

Run The Jewels 01 Dani Canto
(Run The Jewels, Foto: Dani Canto)

Nur soviel sei gesagt: Als Intro ertönte Queen mit We Are The Champions, dessen Refrain dann von Künstler und Publikum lauthals mitgesungen wurde. Nach kurzer Stille rief Killer Mike aus „We gonna burn this stage to the mother fucking ground“. El-P schunkelte sich zu diesem Zeitpunkt schon auf die erste Punchline ein. Dann startete ein 60-minütiges Feuerwerk von Run The Jewels, wie dieses Video beweist.

DFA 1979 01 Xarlene
(Death From Above 1979, Foto: Xarlene)

Als damals, 2011, Jesse F. Keeler und Sebastien Grainger den Rücktritt vom Rücktritt bekannt gaben, um wieder als Death From Above 1979 zu touren, hatte ich mich kurz gefreut. Dann habe ich aber festgestellt, dass ich sie nie vermisst hatte. Genauso habe ich das Konzert auf der Ray Ban Bühne wahrgenommen. Ihr wisst schon, ganz nett und so.

Im Folgenden haben wir so ein bisschen die Zeit aus den Augen verloren. Wir wollten eigentlich zu The Juan Maclean, waren aber von Jon Hopkins so gefesselt, dass wir nicht wegkamen. Dem Londoner Produzent gelang 2013 mit seiner Platte Immunity der Durchbruch und er fährt bei seinen Live-Shows einfach ein total Verwöhnprogramm für Augen und Ohren, welchem wir komplett verfallen sind.

Immer noch geflasht von Jon Hopkins haben wir dann zumindest noch die super extended version von The Juan Maclean und Happy House mitbekommen!!

Ratatat 04 Xarlene
(Ratatat, Foto: Xarlene)

Um halb 3 war der Festivaltag dann für mich eigentlich gelaufen und die Auftritte von Pallbearer und Ratatat habe ich mir nur noch mit genügend Sicherheitsabstand angesehen. Wobei erste Band total Spaß gemacht hat. Feinster Melodic Metal von vier US-Jungs, die seit ihrem letzten Album Foundations of Burden total abgefeiert werden. Ratatat hingegen waren komplett langweilig. Ich befürchte, ich bin während dem Konzert sogar mal kurz eingenickt, ups.

Die erste Bahn um 5:05 Uhr hat uns dann sicher nach Hause gebracht, wo Kater Lobo (Spanisch für Wolf) uns fröhlich begrüßte. Für spielen war aber keine Zeit mehr, denn wir konnten nur noch eine Sache: Schlafen.

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