So langsam fühle ich mich einigermaßen regeneriert. Was war das bitte für ein wundervolles Primavera Sound-Wochenende? Da sharing ja bekanntlich caring ist, möchte ich euch in den kommenden Tagen an meinen musikalischen Erlebnissen teilhaben lassen.

Unter dem Hashtag #HEYPRIMAVERA erfahrt ihr auf Twitter und Instagram, was wir während des Festivals so erlebt haben!

Die Reise nach Barcelona begann letzte Woche Donnerstag ab Köln/Bonn mit nervigen Sicherheitschecks („der Gefrierbeutel ist leider etwas zu groß“, „das ist eher flüssig, nicht fest“, „der Körperscanner hat aber doch was an ihrem Knie entdeckt“) und einem verspäteten Flug. Daher wurde der ohnehin schon sehr knapp kalkulierte Zeitplan sofort über den Haufen geworfen und trotz umgehender Fahrt zum Festivalgelände in Barcelona wurden direkt mal Twerps, Viet Cong und Sun Kil Moon verpasst. Erste Band, die wir also erwischt haben, waren die Emo-Helden von Mineral, die sich 20 Jahre nach Gründung und 17 Jahren Stille wieder zusammengefunden haben. Sicher wäre es ein passenderer Rahmen gewesen, Chris Simpson und seine Kumpanen auf Klubtour zu sehen, aber die Hits von The Power of Failing und EndSerenading funktionierten auch auf großer Bühne einigermaßen.

Anschließend statteten wir der schon total überfüllten ATP Bühne einen Besuch ab, auf der Spiritualized bereits seit geraumer Zeit spielten. Vor knapp drei Jahren hat der fast 50-jährige Jason Pierce mit Sweet Heart Sweet Light sein letztes Studioalbum rausgebracht. Auf der Bühne bediente er sich allerdings am gesamten Repertoire aus über 20 Jahren Bandgeschichte.

Tyler The Creator 04 Dani Canto
(Typler The Creator, Foto: Dani Canto)

Mit Tyler, The Creator hab ich dann auch das erste Highlight des Primavera Sound 2015 gesehen. Der Kopf und geistliche Führer von Odd Future (RIP?) ist einfach eine 1A Rampensau. Nachdem ich Videos vom Kölner Konzert vor zwei Wochen gesehen habe, wusste ich ungefähr, worauf ich mich einlassen würde. Und jegliche Vorfreude wurde bestätigt!

Chet Faker 01 Xarlene
(Chet Faker, Foto: Xarlene)

Nach kurzer Pause (=essen) ging es dann weiter zu Chet Faker. Dem bärtigen Australier, der mit bürgerlichem Namen Nicholas James Murphy heißt, steht so eine Festivalbühne richtig gut. Es hindert ihn rein gar nicht, mit seinen klaren, elektronischen Klängen jedem einzelnen Freude zu bereiten. Das macht er am besten mit seinen Hits, denn von No Diggity bis Gold hat er sie alle rausgehauen.

Der nächste Künstler passte dann auch wie die Faust aufs Auge: James Blake (weniger Bart, mehr Britisch, mehr Beat) spielte auf der Heineken Stage. Wir hatten Glück und durften uns zwischen all den VIP Bändchen in die vorderen Reihen quetschen und erlebten eine tolle Show mit sehr vielen „Woo“-Momenten.

Jungle 01 Xarlene
(Jungle, Foto: Xarlene)

Highlight Nummer zwei und gleichzeitig Abschluss des ersten Tages waren Jungle. Das musikalische Kollektiv aus London funktioniert so perfekt auf der Bühne, dass man ihnen die wirklich kurze Existenz von zwei Jahren gar nicht abnehmen will. Wenn man akzeptieren kann, dass diese Band nur dafür gemacht zu sein scheint, Erfolg zu haben (mich würde es zum Beispiel nicht wundern, wenn sie den nächsten Titeltrack zu Germany’s Next Topmodel beisteuern), dann kann man bei einem Jungle Konzert verdammt viel Spaß haben!

Tag 1 endet dann mit einer einstündigen Suche nach einem Taxi und dem gegenseitigen Versprechen, in den kommenden Tagen immer bis mindestens 5 Uhr auf dem Gelände zu bleiben. Denn dann fährt die U-Bahn wieder…

Primavera Sound Festival / Facebook / Twitter / Spotify Playlist