Rückblickend kann man doch sagen, dass das Jahr 2014, musikalisch gesehen, ein gutes war. Viele bekannte Bands haben weitere Alben rausgebracht, die mal besser, mal schlechter wie die jeweiligen Vorgänger sind. Neue Künstler überzeugten mit ihren Debtüs und Compilations können echt super sein. Ich musste mal wieder selbst mit mir kämpfen welche Alben, welche Bands ich denn jetzt aus der Liste rauschmeisse, was lass ich drin? Dabei gab es doch herrlich naiven Pop-Punk von Martha, psychedelisch tanzbares von den Horrors und krautigen Electro-Pop von Von Spar. Au Backe.
Sonst? Man selbst wird älter, doch alles bleibt irgendwie gleich. Joa, ein Grund mehr sich mit den schönen Künsten zu beschäftigen. Hier sind meine Top 5 Songs und Alben.

SONGS

1. Ja, Panik – Libertatia

Mein lieber Freund Benni hat mir dieses Lied gezeigt und ich war auf Anhieb begeistert. Ich bin zwar selbst kein großer Freund von deutschsprachigen Liedern, aber es gibt ab und zu Ausnahmen (Busfahrt von Erdmöbel wäre ein Beispiel). Außerdem bin ich Fan von Sprach-Mischmasch seit MIA.’s Debüt Hieb und Stichfest. Erinnert auch bisschen an Eine Oliver Twist Kooparation. Das Lied hat über die ganze Länge eine wunderschöne Climax und während der Anfang noch durch Keyboard und einer richtig guten Gesangsmelodie überzeugt, geht’s erst richtig ab, wenn die erste Strophe mit disco-lastigem Beat anfängt. Der Text ist sowieso mehr als brilliant. Die Stelle, in der Ja, Panik Ich hab auf Back to the Future die Uhr gedreht singt berührt mich das irgendwie. Her. Vor. Ra. Gend.

2. Mile Me Deaf – Shiver

Gibt’s doch nicht. Schon wieder Österreicher. Mile Me Deaf heißt die Band von Wolfgang Möstl, der ebenfalls, wie eigentlich fast die gesamte MMD Truppe, bei den Sex Jams spielt. Während es mit der einen Band Richtung Rriot Grrrl meets Sonic Youth geht, verfolgt Möstl mit Mile Me Deaf seine persönliche Liebe zu Pavementschen Indie Pop. Nannte die Intro ihn doch dieses Jahr einen zweiten Stephen Malkmus. Shiver beschreibt seinen Weirdo-Slacker-Pop sehr gut. Eingänglich, verwirrend und mit einem Traum-Refrain. Urgut.

3. Alexis Taylor – Elvis has left the Building

Wenn ein Lied nur durch eine Stimme getragen werden kann heißt das schon was. Alexis Taylor von Hot Chip hat mal wieder auf solo gemacht. Seine erste Single Elivs has left the Building könnte schöner nicht sein. Retro-Beats mit einem soustain-lastigen Klavier und dann diese Stimme. Hach….


Alexis Taylor – Elvis Has Left The Building… von domino

4. Mac DeMarco – Chamber of Reflection (Video Version)

Der gute Mac. Er hat mit Salad Days ein ebenso gutes Album, wie 2 veröffentlicht. Alle Sorgen waren umsonst. Danke dafür und danke für die neue Hymne der Langsamkeit. Während die Albumversion schon schön träg daherkommt, ist die offizielle Version runtergepitcht worden. Das Ergebnis: In Verbindung mit dem Video überragend. Die Kombination aus Homer Simpsons Gesicht und Macs gepitchter Stimme ist für mich einer der besten Ideen 2014. God bless you Mac.

5. The Growlers – Chinese Fountain

The Growlers sind mit ihrem fünften Album nicht wirklich neue Wege gegangen, aber muss man das, wenn doch alles super ist, wie es ist. Ein wenig professioneller produziert, hier und da mal kleine, neue Ansätze. Der Titeltrack des Albums ist da ein gutes Beispiel, denn mit einem lockeren, tanzbaren Off-Beat hat man die Growlers auch noch nicht so oft gehört. Und das macht Bock. The Internet is bigger than Jesus and John Lennon. Word.

Hier geht es weiter zu meinen Top 5 Alben aus 2014:

 

 

ALBEN

 

1. The War on Drugs – Lost in the Dream

Ich saß eines Abends mit einer Freundin zusammen. Wir tranken paar Gläschen Wein und quatschten halt so rum. Im Hintergrund lief das mir bis dato noch unbekannte, neue Album von The War on Drugs. Zwischen den Gesprächsfetzen hörte ich immer wieder rein und nach einer Zeit musste ich einfach fragen, was das denn gerade sei. Als ich hörte, dass es The War on Drugs sind, wurde mir einiges klar. Kein Wunder, dass so viele Freunde von mir die Band um Adam Granduciel abfeiern. Das Album ist ein einziger Fluss aus Träumen, Hoffnungen und Melancholie. Eine Platte zum Verlieben, in der man sich verlieren kann. Für mich persönlich die Neuentdeckung des Jahres. Hab mir dann auch sofort alle weiteren Alben geholt.

The War on Drugs: „Under the Pressure“ from alexander hankoff on Vimeo.

2. Eagulls – Eagulls

Letztes Jahr wurde die erste Single von Eagulls in den einschlägigen Blogs gefeiert und ich machte sofort mit. Possesed war doch all das, was mir gefällt. Punk trifft auf Wave, gepaart mit einer dramatischen Stimme, die sich nicht zu schade ist ihre Grenzen zu überschreiten. Und überall Chorus. Was sich auch live (unglaublich gut) bemerkbar machte. Jede Gitarre, der Bass und sogar der Gesang hatten diesen Effekt vor sich. Nach längerem Warten kam dann Anfang des Jahres das heiß ersehnte Debütalbum raus. Nach einer gehypten Single könnte man erwarten, dass man noch paar gute Lieder geschafft hat und der Rest einfach mit Lückenfüller zugekloppt wurde. Aber nein. Das gesamte Album überzeugt. Schon der Opener Nerve Ending macht klar: Hier startet was. Die Power und die musikalischen Ideen haben die Jungs aus England. Bin sehr gespannt auf das nächste Album.

3. V/A – The Space Project

Tatsächlich ist eine Compilation eines der Alben des Jahres für mich. Für den Record Store Day 2014 wurde diese Platte zusammengestellt. Künstler, wie Spiritualized, Youth Lagooon oder Beach House geben sich hier die Ehre. Einzige Voraussetzung: Das Lied muss Töne oder Aufnahmen aus dem Weltraum enthalten. Seien es Satellitengeräusche oder Radiowellen, die von Meteoriten ausgestrahlt werden. What the what?! Das klingt nicht nur geil, ist es auch. The Space Project ist einziger Soundtrack für das Leben da oben. Und wer wäre nicht mal gerne da?!

4. Ultimate Painting – Ultimate Painting

Wer Fan von den Bands Mazes und Veronica Falls ist, sollte jetzt mal genauer zuhören… äh lesen. Jack Cooper von Mazes tourte mit James Hoare und seiner Gruppe Veronica Falls zusammen, als man sich entschloss doch mal gemeinsam was zu machen. Diejenigen, die diese Bands nicht kennen, auch egal, denn ihr solltet euch diesen 60s orientierten Hippie-Pop anhören. Mit einer Leichtigkeit, die man zum Beispiel auch von Mac DeMarco kennt und einer Naivität, die zwei Freunde halt haben, wenn man sich zum mucken trifft. Herausgekommen ist Ultimate Painting, welches sich erst beim mehrmaligen Hören erschließt. Hinter all diesem Pop steckt nämlich mehr, als eine Aneinanderreihung von aufgenommenen Songskizzen: Ein Konzept über das Aussteigen und dem Entfliehen der gesellschaftlichen Zwänge.

5. Lia Ices – Ices

Moon Safari trifft Weltmusik. So könnte man Ices von Lia Ices kurz und knapp beschreiben. Als ich das erste Mal Higher hörte, hab ich es mir ungefähr fünf mal hintereinander reingezogen. Das hat mich sofort gepackt. Wem also Air und/oder weltliche Popmusik nur ansatzweise interessiert sollte mal reinhören.

 

Das war’s. Tschau 2014! Ach ja: Diese Songs und Alben fand ich übrigens 2013 gut.