2014 hat für mich musikalisch sowohl einige grandiose Neuheiten als auch ein Déjà-Vu mit „alten“ Bekannten bereitgehalten, Genre-mäßig war es ziemlich bunt. Dementsprechend wird das hier kein Versuch, alles innerhalb einer Top 5 zusammenzufassen. Es ist kein Ranking, sondern eher eine bunte Auswahl an guten Sachen, über die ich 2014 gestolpert bin. Et voilà!
 

SONGS

Shura – Touch

Als ich den Song das erste mal gehört habe, hat er mich irgendwie an Open von Rhye erinnert. Auch wenn Letzteres von der musikalischen Ausgestaltung (weil weniger elektronisch) vielleicht noch ein bisschen feiner daherschwebt, ist Touch mindestens genauso federleicht, die Melodie mindestens genauso eingängig – und der Song einfach absolut großartig.

Wild Beasts – A Simple Beautiful Truth

Selbst wenn für mich an die alten, etwas verschwurbelten Wild Beasts (z.B. The Fun Powder Plot!) nichts herankommt: Der Songtitel nimmt in diesem Falle eigentlich schon vorweg, was hier stehen sollte: A Simple Beautiful Truth kommt sehr R’n’B-lastig daher, ist auf das Mindeste reduziert, und vielleicht gerade deshalb so gut.

Hundreds – Circus

Toller Song, darüber hinaus übrigens auch ein sehr schönes Album.

Außerdem haben Hundreds mit dem wunderschönen Separate The Sea vielleicht das beste Instrumental-Intermezzo/Intro geschaffen, welches ich 2014 auf einem Album gehört habe. Wie ein Seepferdchen, dass fröhlich vor sich hin blubbernd durchs Meer hüpft. Oder so ähnlich.

FKA Twigs – Hide

Dass es Hide in die Top 5 von 2014 schafft, ist eigentlich krass geschummelt. Der Song war bereits Teil von FKA Twigs erster EP (die, ähnlich wie ihre folgenden Veröffentlichungen, ganz simpel EP1 tituliert ist und 2012 veröffentlicht wurde). Aber dieser Slow-Jam aus dem frühen 2014 ist einfach zu schön, als ihn nicht zu posten. Mal ganz davon abgesehen, dass eine Top-2014-Liste ohne FKA Twigs so oder so unvollständig wäre.

Mac DeMarco – Passing Out Pieces

Mac DeMarco halt.

 

Hier geht es weiter zu meinen Top 5 Alben aus 2014:

 

ALBEN

Sharon Van Etten – Are We There

Auf geradezu schmerzvoll-ehrliche Art einfach nur schön.

The War On Drugs – Lost In The Dream

Einerseits ist Lost In The Dream unheimlich eingängig und aus Instrumenten-Perspektive relativ moderat gehalten, andererseits von gegensätzlichen Momenten geprägt, in denen Euphorie auf Melancholie und Rastlosigkeit auf Ruhe prallt. Man stelle sich vor, das alles wird miteinander verschwurbelt und ein bisschen nach Zufallsprinzip auf zehn Tracks verteilt. Kann schiefgehen, muss aber nicht. Es kann auch einfach unheimlich gut werden, was hier der Fall ist.

David Bowie – Nothing Has Changed

Darf man Best Of-Alben in Jahresalbumcharts listen? Geht aus multiplen Gründen eigentlich gar nicht. Hier schon. Denn einen so geballten Rückblick auf fünfzig Jahre Musikgeschichte anhand der Werke eines einzelnen Künstlers, der sich und seine Musik wie kein anderer immer wieder selbst von Grund auf neu erfunden hat, wird es so schnell nicht geben. Die Uhr tickt weiter, der Reiz neuer Musik scheint heute so schnell zu verpuffen, wie der Like-Button beim nächsten Song oder Künstler geklickt wird, aber Bowie ist und bleibt einfach zeitlos.

Real Estate – Atlas

Einfach gut.

Grouper – Ruins

Dieses Bild mit der „Landschaft, die am Zugfenster vorbeizieht“ wurde und wird(?) ja dermaßen oft verwendet, dass es inzwischen nicht nur klischeebeladen, sondern auch abgelutscht ist wie ein Lolli, von dem nur noch der zerkaut-klebrige Plastikstab übrig ist.

Das neue Album von Liz Harris aka Grouper fühlt sich nicht an wie eine Zugfahrt und wirkt auch nicht wie die vorbeistreifende Landschaft. Denn jene auf die hektisch vorbeistreifende, schemenhafte Landschaft fixierte Metapher lässt das wichtigste außen vor: Den fixen Punkt am Horizont, der schwerelos, entschleunigt, geradezu zeitentbunden so wunderbar-entrückt über allem zu schweben scheint. Genauso klingt Ruins und ist dementsprechend ein absolut grandioses Album geworden.