Wie nett, dass ich den Heiligen Abend zugeteilt bekommen habe. Das Niederschreiben meiner jeweils fünf liebsten Songs und Alben des vergangenen Jahres wird die letzte Leistung für die kommenden Tage sein. Sobald ich gleich den „Veröffentlichen“-Knopf gedrückt habe, werde ich in eine Wanne voller Kartoffelsalat, Vanillepudding, Kürbissuppe und ganz viel Rotwein eintauchen.
 

SONGS & ALBEN

 

1. Sun Kil Moon: „Carissa“ / Album: „Benji“

Mark Kozelek alias Sun Kil Moon ist der wohl sympathischste Misanthrop der Musikgeschichte. Abwechselnd beleidigt er sein Publikum oder pöbelt gegen The War On Drugs („Suck My Cock“). Wenn er sich dann mal darauf besinnt Musik zu machen, dann kommt sowas wunderbares wie Benji raus. Die Lieder handeln von Familie, Tod, Abschied und Sex mit 47. Mein absoluter Favorit ist der Opener Carissa. Carissa ist eine entfernte Verwandte von Kozelek, die bei einem Unfall verbrannt ist (Stichwörter: Familie, Tod, Abschied).

 

2. The Van Pelt: „Infinite Me“ / Album: „Imaginary Third“

Die Emo/Post-Hardcore Veteranen von The Van Pelt hatten in den 90ern eine kurze Karriere. Ein paar 7″-Platten und zwei Alben wurden veröffentlicht, ein drittes war in Planung. Dem spanischen Label La Castanya sei Dank, folgte Album Nummer drei, Imaginary Third, diesen Sommer 17 Jahre nach der einstigen Trennung.
Imaginary Third besteht aus acht unveröffentlichten Tracks, die aber nicht ganz unbekannt sind. Die ersten fünf wurden schon von The Lapse, der Nachfolgeband von The Van Pelt, aufgenommen, die letzte drei waren Teil der Speeding Train 7″. Ganz egal, ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind und bin im Sommer extra nach London geflogen, um mir das Konzert von Chris Leo und Co anzuschauen. Natürlich beinhaltete das Set auch Infinite Me, einer meiner meistgehörtesten Lieder 2014!

 

3. Protomartyr: „Want Remover“ / Album: „Under Color of Official Right“

Joe Casey, Sänger der Detroiter Band Protomartyr, trug beim diesjährigen Konzert im Gebäude 9 einen zu großen und schlecht sitzenden Anzug und führte abwechselnd Bier und Mikrofon zum Mund. Sympathisch. Genauso wie sein monotoner Gesang und das Geschrammel, das seine Bandkollegen da hinter ihm erzeugten. Under Color of Official Right, tolles Album! Want Remover, tollster Song!

 

4. Von Spar: „Chain of Command“ / Album: „Streetlife“

Über Von Spar wurde ja schon viel geschrieben und ich bin sicher nicht der Letzte, der Streetlife in seine Bestenliste aufnimmt. Vom Cover-Design bis zur Aufnahme wurde alles in unsere Heimatstadt am Rhein gemacht. Und obwohl es schön ist, die lokale Szene zu unterstützen, würden wir Von Spar sicher auch hier finden, wenn sie aus Rheda-Wiedenbrück kommen würden. Top Song: Chain of Command, der aus so einer schönen Melodie gestrickt und so unglaublich zeitlos ist.

 

5. Ought: „Today More Than Any Other Day“ / Album: „More Than Any Other Day“

More Than Any Other Day – was habe ich gebraucht um in diese Platte reinzukommen. Vor allem der Gesang (oder Sprechgesang) und die vielen musikalischen Strukturwechsel haben mich zuerst total gestört. Von Anfang an wusste ich aber, dass Ought da was richtig Spannendes produziert haben. Irgendwann hat es dann klick gemacht und hunderte Durchläufe und zwei Konzertbesuche später kann ich sagen, dass es More Than Any Other Day völlig zu Recht auf diese Liste geschafft hat. Today More Than Any Other Day fasst so passend zusammen, was ich anfangs bei Ought so schwierig fand und jetzt so gern habe. Nanananananananananana….

 

Diese Songs und Alben fand ich übrigens 2013 gut. Und jetzt: FROHE WEIHNACHTEN!