Verdammt, Ought! Ich bin komplett besessen von dieser Band! Ich versuche schon seit über einem Monat die richtigen Worte zu finden, um ihr im April veröffentlichtes Debüt-Schmuckstück More Than Any Other Day [Constellation Records] gebührend zu preisen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass ich es einigen ausgewählten Personen schon im Real-Life aufgeschwatzt habe. Aber HEY, keine Platte hat mich in letzter Zeit so begeistert!

Ought sind Teil der DIY-Szene in Montreals Neighborhood Mile End, aber keine Kanadier – sondern drei US-Amerikaner und ein Australier. Bei einigen mag nun das Nerd-Radar ausschlagen. Und zwar zurecht, denn Montreal/Mile-End – damit assoziiert man Arcade Fire, Kunst und Film und dort befindet sich auch das Headquarter von Constellation Records, die seit sehr langer Zeit die Menschheit mit so tollen Bands wie z.B. Godspeed You! Black Emporer, Do Make Say Think und eben Ought verzücken.

Ja, Ought. Das hat nichts mit Indie-Rock oder gewaltiger Vorzeige-Post-Rock Apokalypse der zunächst genannten Bands zu tun, sondern kennzeichnet sich durch nervösen, energetischen und noisigen (Art-)Post-Punk, ganz nach meinem Gusto. Was die Jungs da um Erzähl-Sänger Beeler von sich geben, klingt schon fast vertraut. Da sie u.a. an Lieblingsbands wie Cap’n Jazz, Fugazi oder Sonic Youth erinnern. Trotz des Post-Punk-Stempels klingt More Than Any Other Day marktfrisch – für ein Debüt-Album schon fast zu gut, gar majestätisch. Vielleicht das beste Album des ersten Halbjahres. Nein, ganz sicher. Ist ja schon fast Juni.

Live ist ja auch immer sehr wichtig: Im Sommer ist bisher nur ein Date mit Ought in Deutschland bekannt. Haldern Pop Festival, surprisingly. Aber ich wittere auch eine Club-Tour. Ich wittere sie. Sie kommt bestimmt. Irgendwann. In der ersten Reihe: Daniela Joos

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