Karen Marie Ørsted, besser bekannt als Mø, ist eine dänische singer-songwriter die vor kurzem ihr Debütalbum No Mythologies to Follow bei Sony Music Entertainment veröffentlichte. Ich traf mich mit Mø kurz vor ihrem Konzert in Köln Ehrenfeld.
Wie bist du aufgewachsen?
Ich wuchs in einem kleinen Vorort in Dänemark auf, der ziemlich isoliert war – fernab von größeren Städten. Es war ein malerischer, melancholischer, schöner Ort. Ich hatte viele gute Freunde. Wenn man anderes war als die anderen, und als Jugendlicher nur in schwarzen Klamotten rumlief und Punkmusik hörte, so wie ich, wurde man wie ein Psycho behandelt. Trotzdem mochte ich es da sehr. Meine Eltern waren beide Lehrer. Sie hatten immer genug Geld, gaben es aber nicht für teure Möbel, Autos oder Fernseher aus. Stattdessen verreisten oft mit meinem Bruder und mir und zeigten uns die Welt. Sie waren sehr aufgeschlossen, kreativ und clever. Ich habe viele tolle Erinnerungen auch an den Vorort, wie ich dort durch die Strassen gezogen bin und davon träumte ein Rockstar zu werden.
Haben deine Eltern dich auf die Idee gebracht Piano spielen zu lernen?
Ja, meine Mutter hat meinen Bruder und mich  darauf gebracht. Wir haben es aber gehasst, diesen klassischen Unterricht. Blöde Noten lernen und mit einzelnen Tönen irgendwelche Volkslieder auswendig lernen… Ich bin auch beim Piano spielen schnell meinen eigenen Weg gegangen und habe mir das Meiste selbst beigebracht. Nachdem ich das erste Mal die Spice Girls gehört hatte, wollte ich wie eine von ihnen werden. Ich weiß auch nicht was da in meinem Kopf abging. Ich fing an meine ersten eigenen Songs zu schreiben und entdeckte die Musik für mich als perfekte Ausdrucksform.
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Wer war dein Lieblings-Spice Girl?
Sporty Spice. Ich liebte die sportliche Art von Melanie C. Die coolen Trainingsanzüge und die geilen Sneakers. Außerdem konnte sie auch einfach am besten singen. Ich mochte ihre Energie und ihr cooles Posing. Dann kam der Punk.
Erkläre mir doch bitte mal deinen Weg von den Spice Girls zum Punkrock.
Ja, das kam natürlich mit der Pubertät. Als junges Mädchen stand ich total auf Pop. Als ich zum Teenager wurde, sich der Körper veränderte, veränderten sich auch die Gedanken – und überhaupt die ganze Welt. Ich sah die Dinge nicht mehr so locker und hatte etwas rebellisches in mir. Ich interessierte mich auf einmal für linke Politik, für Punk und Grunge.
Auf welche Punkband standest du am Meisten?
Ich weiß nicht, ob man es als Punkband bezeichnen kann, aber meine liebste Band zu der Zeit war auf jeden fall Sonic Youth. Sonic Youth ist immer noch meine liebste Band.
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Du hattest doch auch selbst eine Punkband. Wie hieß die?
Ja, der Name der Band war Mor. Das bedeutet Mutter auf dänisch. Es war so Elektropunk, Trash, Noise, Girlduo.
Hast Du da gesungen und Piano gespielt?
Es war nur ein Duo. Meine Freundin Josefine und ich. Josefines Bruder, der jetzt mein DJ ist, hat damals für uns die Sounds gemacht, wenn wir live gespielt haben. Wir haben nur rum geschrien.
Wenn ich richtig informiert bin, bist du jetzt auch schon eine ziemlich lange Zeit auf Tour. Hast du eine interessante Tourstory für mich?
Da kommt mir diese eine Geschichte in den Kopf. Ich kann dir leider nicht die Stadt verraten, weil die Leute uns dann eventuell ausfindig machen könnten. Wir kamen von einer Show und waren alle furchtbar betrunken. Nicht aggresiv, aber sehr impulsiv und voller Energie. Wir waren total besoffen und hatten uns… oh warte… das kann ich nicht erzählen… Wir kamen also zu dieser Bar und die hatten diesen schönen Garten. Es war Montag und wir waren die einzigen Gäste in diesem Garten. Da gab es einen schönen großen weißen Holzzaun. Wir waren extrem laut und haben rumgeschrien und dann haben wir den ganzen Zaun umgetreten und dann noch die gesamte Toilette vollgekotzt. Dann sind wir abgehauen.
Das war schon die ganze Geschichte? 
Ja.
Alles Klar…. Welche ist deine liebste neue und welche deine liebste alte Band? Welche Platten sollen sich deiner Meinung nach die Leser unbedingt anhören/kaufen?
Meine liebsten Newcomer sind die Engländer Jungle.
Jungle sind wirklich sehr cool. Die haben auch auf dem Eurosonic-Festival gespielt. Da warst Du doch auch dieses Jahr, oder?
Ja, wir haben da auch gespielt. Ich konnte sie mir aber leider nicht anschauen. Ich hab sie aber schon getroffen.
Ah Stark! Dann weißt du ja das sie nicht schwarz sind.
Haha. Das habe ich aber auch immer gedacht. Ich glaube das tun alle.
Das dachte ich auch! Ok, dann bitte noch die alte Band.
Oh, das ist schwer. Ich denke niemand hat Sonic Youth vergessen.
Unter keinen Umständen!
Ich würde gerne Uffie sagen, auch wenn sie noch nicht so alt ist, habe ich das Gefühl das viele Menschen sie schon vergessen haben. Nach der Schwangerschaft und ihrer Burnout-Geschichte. Aber völlig zu Unrecht, denn was sie gemacht hat war alles großartig.
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Welcher ist dein Lieblingsfilm.
Da hab ich jede Menge! Aber heute bin ich in der Stimmung um Eternal Sunshine of the Spotless Mind zu sagen. Was ich neben der Besetzung, der fantastischen schauspielerischen Leistung und der herausragenden Kameraarbeit an dem Film so besonders finde, ist die Tatsache, dass er eine simple Liebesgeschichte ist. Mit einem wintzigen Since Fiction Element. Verstehst Du? Alles an dem Film ist super real – außer dem Umstand, dass man sich seine Erinnerungen nicht löschen lassen kann. Das finde ich extrem cool. Außerdem hatte er auch so einen super, geilen Soundtrack.
Ah, stimmt! Da gab es doch dieses unglaubliche Beck-Cover von Everybody’s got to learn sometime. Vielen Dank!