Arthur Beatrice lassen uns gerade warten – auf ihr Debütalbum nämlich, das Anfang nächsten Jahres dann endlich erscheinen wird. Schon 2012 hat die Band erstmals von sich hören lassen, ist dann aber lange Zeit wieder von der Bild- (bzw. Akustik-)Fläche verschwunden. Umso schöner, dass sie dieses Jahr mit ihren Singles Carter und nicht zuletzt Grand Union mit großem Tamtam zurückgemeldet haben. Beim Mailen mit Flo hat uns Bandmitglied Elliot Barnes einiges über die Verbindung zu den Golden Girls und den Schwierigkeiten mit dem eigenen Sound verraten – und wie die Band damit umgeht mit The xx verglichen zu werden. Oh, und sie haben uns einen durchaus poetischen Text da gelassen!

Okay, sorry… direkt am Anfang kommt diese Namens-Frage… Aber was kann eine der aktuell vielversprechendsten Indie-Bands sich denn von den Golden Girls (Anm.: mit der Schauspielerin Beatrice Arthur) abgucken?

Wir haben die Band nach 2 Charakteren benannt die in zwei unserer frühen Songs aufgetaucht sind (und schnell wieder verschwanden) – also eigentlich weniger nach der Schauspielerin. Das war ein spontanes Konzept, aber die Idee von zwei verschiedenen Geschlechtern/Seiten, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit ein Ganzes bilden, die ist geblieben. Und ist eben auch wichtig geblieben in dem was wir tun und wie wir es angehen. Allerdings scheint es so, als sei Beatrice Arthur eine sehr furchtlose Person gewesen. Und sehr standhaft in ihrem Glauben. Wir versuchen diesen konsequenten Glauben in allem was wir tun zu teilen – das hat uns zu der kompromisslosen Art geführt, mit denen wir die unterschiedlichsten Entscheidungen treffen. R.I.P. Bea.

Diese Herbst bekommen viele diese großartige Refrain-Zeile „it’s so devastating when you feel / You’re all above / And you’re not in love“ nicht aus ihren Köpfen. Am Beispiel von diesem Song – wie läuft das Schreiben von Songs bei euch in der Band ab?

Also der Schreibprozess ist sehr unterschiedlich, aber normalerweise geht es mit der Idee von einem von uns los: einer Melodie, einer Akkordfolge oder einer Textstelle. Und die wird dann von den anderen aufgegriffen und wir gestalten den Rest zusammen. Orlando und Hamish schreiben den Großteil der Melodie-Dinge und ich schreibe die meisten Texte. Aber wir haben alle einen sehr großen Einfluss darauf, wie der fertige Song letztendlich klingt – insbesondere die Gesangsparts, auf die hat Ella dann wiederum einen sehr großen Einfluss hat.

Wie geht ihr eigentlich mit diesen ständigen Vergleichen zu Bands wie The xx um? Seht ihr das als Kompliment oder spürt ich dadurch Druck?

The xx haben sehr viel dafür getan, wie Leute Popmusik wahrnehmen. Die haben dieses Genre für eine viel intelligentere und crediblilere Art des Zuhörens und auch des Machens geöffnet. Wir sind ihnen also mit Sicherheit einiges schuldig, weil Popmusik heute eine ganz andere Wahrnehmung bekommt – aber sobald dann die Musik ertönt sind wird The xx nicht wirklich ähnlich. Abgesehen davon, dass wir 2 SängerInnen unterschiedlichen Geschlechts haben. Deswegen fühlen wir da auch nicht viel Druck, weil wir uns als eine ganz andere Band verstehen. Hauptsächlich sind wir erstmal happy damit, wie sich unser Sound entwickelt hat. Und das er sich sicher auch noch weiter verändern wird. Wir machen uns gar keinen Gedanken darüber, wie wir im Vergleich zu anderen Bands dastehen, weil solche Sachen gar nicht vernünftig zu vergleichen sind.
Das heißt jetzt aber nicht, dass wir nicht große Fans von The xx wären! Ihr erstes Album hat die Monate begleitet in denen Orlando und ich nach London gezogen sind – dieser Schritt hat sehr offensichtlich zur Zukunft unserer Band beigetragen. Von daher ist der Vergleich irgendwie ein sehr seltsames Kompliment für uns.

Ihr habt eure erste Single Midland schon 2012 veröffentlicht. Wieso habt ihr uns denn über ein Jahr auf eure erste EP warten lassen (oder auf euer erstes Album 2014)?

Über uns wurde schon geschrieben, da hatten wir noch gar keine Tracks rausgebracht. Das hat dann zu der etwas frustrierenden Situation geführt, dass wir uns da ein bisschen gehetzt gefühlt haben etwas zu veröffentlichen – aus Angst dass die Leute sagen, dass wir nur wegen des Hypes alles verheimlichen würden. Als wir dann Midland und danach Charity veröffentlicht hatten, wurde uns schnell klar, dass wir gar nicht so glücklich damit waren, wie sich unsere Musik angehört hat. Deshalb haben wir uns dann etwas zurückgezogen, um am Album zu arbeiten und an den Aufnahmen zu feilen. Wir hoffen dass das Hören von Working Out für die Wartezeit entschädigt – auch mit dem Hintergedanken wie anders (also das schlechte anders) sich das Album angehört hätte, wenn wir es schon vor einem Jahr herausgebracht hätten…

Wie würdet ihr euer erstes Album denn selbst beschreiben? Nur so als kleiner Eindruck, um die restliche Wartezeit zu verkürzen…

Unser erste Album ist so ca. 42 Minuten lang, heißt Working Out und hört sich für jeden anders an. Es deckt eine Menge musikalischer Einflüsse und Themen in den Texten ab. Aber es soll sich eben für jeden anders anfühlen – es kommt ganz darauf an, welche Elemente man sich beim Hören herauspickt. Für mich persönlich hört es sich noch immer wie in dem Moment an, als das Album im Studio plötzlich fertig war. Als wir die Songs einfach nicht mehr weiter puschen konnten. Der Moment in dem wir wussten, dass wir jetzt aufhören müssen und ich mich verdammt stolz gefühlt habe auf das, was wir geschaffen haben.

Ich hoffe das wird immer so bleiben.

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